Wissen aus der Forschung

Röntgen und MRT bei Rückenschmerzen: Wann sie nötig sind und was Befunde bedeuten

Bei Rückenschmerzen liegt der Wunsch nach einem Röntgenbild oder MRT nahe. Und wenn ein Befund dann „Verschleiß“ oder „Vorwölbung“ zeigt, ist die Sorge oft groß. Was die Forschung zu beidem sagt:

Von Sascha Sander, Heilpraktiker seit 2008 · zuletzt geprüft am 18.10.2026

Routine-Bildgebung verbessert den Verlauf nicht

Eine Übersichtsarbeit in The Lancet zeigte: Ohne Hinweise auf eine ernste Ursache verbessert eine routinemäßige Bildgebung den Verlauf von Kreuzschmerzen nicht. Internationale Leitlinien raten deshalb davon ab, bei unkomplizierten Kreuzschmerzen routinemäßig Röntgen- oder MRT-Bilder anzufertigen.

Ob eine Bildgebung sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand von Befragung und Untersuchung. Bei bestimmten Warnzeichen ist sie dagegen wichtig.

„Verschleiß“ im MRT ist bei Menschen ohne Beschwerden häufig

Eine Übersichtsarbeit mit über 3.000 Menschen ohne Rückenschmerzen zeigt, wie häufig auffällige Befunde auch bei Beschwerdefreien sind:

  • Zeichen der Bandscheibendegeneration: bei 37 Prozent der 20-Jährigen und 96 Prozent der 80-Jährigen
  • Bandscheibenvorwölbungen: bei 30 Prozent der 20-Jährigen und 84 Prozent der 80-Jährigen

Viele dieser Befunde gehören zum normalen Älterwerden und erklären Beschwerden nicht automatisch. Ihren eigenen Befund besprechen Sie bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Sie schon Befunde haben

Vorhandene Arztbriefe sowie Röntgen-, MRT- oder CT-Befunde sind für jede Untersuchung hilfreich. Bringen Sie sie zu einem Termin gern mit.

HinweisDiese Seite dient der allgemeinen Information über die Studienlage und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei Warnzeichen wie Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich, Problemen beim Wasserlassen, zunehmender Schwäche im Bein oder Fieber lassen Sie Beschwerden bitte sofort ärztlich abklären (alle Warnzeichen).

Quellen

  1. Chou R et al. (2009): Imaging strategies for low-back pain: systematic review and meta-analysis. The Lancet 373. doi:10.1016/S0140-6736(09)60172-0
  2. Foster NE et al. (2018): Prevention and treatment of low back pain: evidence, challenges, and promising directions. The Lancet 391. doi:10.1016/S0140-6736(18)30489-6
  3. Brinjikji W et al. (2015): Systematic literature review of imaging features of spinal degeneration in asymptomatic populations. American Journal of Neuroradiology 36. doi:10.3174/ajnr.A4173