Routine-Bildgebung verbessert den Verlauf nicht
Eine Übersichtsarbeit in The Lancet zeigte: Ohne Hinweise auf eine ernste Ursache verbessert eine routinemäßige Bildgebung den Verlauf von Kreuzschmerzen nicht. Internationale Leitlinien raten deshalb davon ab, bei unkomplizierten Kreuzschmerzen routinemäßig Röntgen- oder MRT-Bilder anzufertigen.
Ob eine Bildgebung sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand von Befragung und Untersuchung. Bei bestimmten Warnzeichen ist sie dagegen wichtig.
„Verschleiß“ im MRT ist bei Menschen ohne Beschwerden häufig
Eine Übersichtsarbeit mit über 3.000 Menschen ohne Rückenschmerzen zeigt, wie häufig auffällige Befunde auch bei Beschwerdefreien sind:
- Zeichen der Bandscheibendegeneration: bei 37 Prozent der 20-Jährigen und 96 Prozent der 80-Jährigen
- Bandscheibenvorwölbungen: bei 30 Prozent der 20-Jährigen und 84 Prozent der 80-Jährigen
Viele dieser Befunde gehören zum normalen Älterwerden und erklären Beschwerden nicht automatisch. Ihren eigenen Befund besprechen Sie bitte mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wenn Sie schon Befunde haben
Vorhandene Arztbriefe sowie Röntgen-, MRT- oder CT-Befunde sind für jede Untersuchung hilfreich. Bringen Sie sie zu einem Termin gern mit.
Quellen
- Chou R et al. (2009): Imaging strategies for low-back pain: systematic review and meta-analysis. The Lancet 373. doi:10.1016/S0140-6736(09)60172-0
- Foster NE et al. (2018): Prevention and treatment of low back pain: evidence, challenges, and promising directions. The Lancet 391. doi:10.1016/S0140-6736(18)30489-6
- Brinjikji W et al. (2015): Systematic literature review of imaging features of spinal degeneration in asymptomatic populations. American Journal of Neuroradiology 36. doi:10.3174/ajnr.A4173